Sonnenblumen

Sonnenblumen - Blumen, Lebensmittel, Kunstobjekt

Laura Fockenberg • 19. September 2025

Keine Blume steht so sehr für den Sommer wie die Sonnenblume. Aber auch im Herbst begleitet uns das Bild der gelben Sonnenblumen-Felder weiter. Und wir lieben es!

Name, Herkunft und Geschichte

Die Gattung der Sonnenblumen (Helianthus) gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Der botanische Name Helianthus ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern helios für Sonne und anthus für Blume.

Wahrscheinlich wisst ihr bereits, dass Sonnenblumen sich im Tagesverlauf nach dem Verlauf der Sonne von Osten nach Westen ausrichten. Doch nur die jungen Pflanzen im Wachstum tun das. Diese Eigenschaft nennt sich Heliotropismus. Das pflanzliche Wachstumshormon Auxin ist dafür verantwortlich, dass die Seite der Sonnenblume, die im Schatten liegt, über den Tag ein wenig schneller wächst. In der Nacht dreht sich die Blüte wieder nach Osten, wo am nächsten Tag der Sonnenaufgang auf sie wartet. Ausgewachsene Sonnenblumen sind hingegen immer nach Osten ausgerichtet.

Der Herkunftsort der Sonnenblume liegt in Nordamerika. Schon vor über 4.500 Jahren bauten die amerikanischen Ureinwohner Sonnenblumen an. Durch ihre Züchtungsbemühungen wurden Sonnenblumen von ursprünglich buschigen Pflanzen mit mehreren Blüten zu den einstämmigen Blumen, die wir heute kennen.

Die indigenen Völker nutzten die Sonnenblume auf viele verschiedene Arten. Zum einen wurden ihre Kerne als Snack oder in einer Art Müsli verzehrt, zum anderen im Mahlprozess von Mehl oder Schrot genutzt. Doch auch die Gewinnung von Sonnenblumenöl wurde in dieser Zeit bereits betrieben. Das Öl wurde sowohl zum Kochen als auch aufgrund seines Vitamingehaltes für die Haut- und Haarpflege verwendet. Und die Stiele der Sonnenblume? Sie fanden ihre Verwendung als Baumaterial.

Erst im 16. Jahrhundert fand die Sonnenblume ihren Weg nach Europa. Spanische Seefahrer sammelten Sonnenblumenkerne und brachten sie mit sich auf den europäischen Kontinent. In Westeuropa blühte die Sonnenblume in erster Linie als Zierpflanze, zum Teil erkannte man ihre Wirkung als entzündungshemmendes Mittel. Die Europäer knüpften zunächst also nicht an das Wissen der amerikanischen Ureinwohner zur Sonnenblume als Öllieferant und Nahrungsmittel an.

Im 18. Jahrhundert verbreitete sich die Sonnenblume dann auch bis nach Osteuropa. Erst dort erkannte man auf europäischem Boden, dass Sonnenblumen großes Potenzial für die Ölproduktion besaßen.

Diese Entwicklung hat einen interessanten Hintergrund: Zur Fastenzeit der Russisch-Orthodoxen Kirche wurden Listen mit verbotenen Lebensmitteln ausgegeben, worunter sich vor allem öl- und fetthaltige Nahrung befand. Sonnenblumenöl gehörte nicht dazu, weshalb die Nachfrage nach diesem stark anstieg. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden auf über 800.000 Hektar Sonnenblumen in Russland und der Ukraine angebaut. Auch heute liegen die größten Anbaugebiete noch in Osteuropa, aber auch in Frankreich und Nordamerika.

Ein zusätzlicher Fakt: Die Sonnenblume ist die Nationalblume von Russland und der Ukraine.

Aussehen und Blüte 

Sonnenblumen können klein sein, wie die sogenannten Zwerg-Sonnenblumen, oder bis zu 4,80 m groß werden, wie die Gigant-Sonnenblumen. Die größte Sonnenblume aller Zeiten war sogar 9,17 m hoch.

Wir alle kennen Sonnenblumen vor allem in ihrer gelben Variante, die die Blume wie die Sonne aussehen lassen. Doch es gibt noch weitere Farbgebungen. Neben dunkelroten Sonnenblumen kommen auch orange- und lilafarbene Varianten vor. Weiße Sonnenblumen sind nicht wirklich weiß, sondern blassgelb und rosafarbene Sonnenblumen haben Blüten, die nach außen hin immer heller werden.

Sonnenblumen produzieren zwischen 1000 und 2000 Kernen. Diese reifen nach der Blüte heran und sind beliebt bei Singvögeln wie Meisen und Stieglitzen, welche die fetthaltigen Kerne fressen, um sich ein Winterpolster anzulegen. Bienen und Hummeln hingegen lieben die Pollen und den Nektar während der Blütezeit.

Symbolik und Mythologie

Ihr erinnert euch vielleicht, dass wir in (fast) allen Blog-Artikeln zu unseren Blumen immer auch passende Geschichten aus der griechischen Mythologie zu bieten haben - und dass die Figuren dort häufig in die verschiedenen Blumen verwandelt werden. Das ist bei der Sonnenblume tatsächlich nicht anders.

Die Nymphe Klytia und der Sonnengott Apollon führten eine Liebesbeziehung, bis Apollon sie für die Prinzessin Leucothoe verließ. Klytia ließ dies nicht unberührt. Ihre Eifersucht brachte sie dazu, Leucothoes Vater die Beziehung seiner Tochter zu Apollon zu offenbaren. Dieser wurde darüber so wütend, dass er seine eigene Tochter bei lebendigem Leibe begrub. Für Klytia führte dies jedoch nicht zu dem Ergebnis, das sie sich erhofft hatte. Apollon, der durch den Verlust von Leucothoe vollkommen aufgebracht war, verwandelte Klytia zur Strafe in eine Sonnenblume. Das tat Klytias Liebe zu Apollon keinen Abbruch. Sie bestand über die Verwandlung hinaus weiter. Von jenem Tag an folgte Klytia in Form der Sonnenblume Apollon täglich bei seinem Lauf über den Himmel, indem sie ihren Kopf nach der Sonne ausstreckte.

Die Sonnenblume hat darüberhinaus unterschiedliche Bedeutungen, die von verschiedenen Aspekten, wie z.B. Kulturen oder sogar der Farbe der Blume abhängig sind:

China: langes Leben, Vitalität, Glück

Amerikanische Urvölker: Ernte, Vorrat

Hippies: Streben nach Einigkeit, Frieden, Nächstenliebe
 

Gelbe Sonnenblumen: das Gute, Wahrheit, Zeitlosigkeit

Rote Sonnenblumen: Kraft, Positivität

Orangefarbene Sonnenblumen: Energie, Freude, Glück

Weiße Sonnenblumen: Reinheit, Wiedergeburt, Frieden

Rosafarbene Sonnenblumen: Unschuld, Gesundheit

Lilafarbene Sonnenblumen: Wohlstand, Ruhm, Königlichkeit

Sonnenblumen in der Kunst

Im 19. Jahrhundert malte der niederländische Maler Vincent van Gogh seine berühmte Sonnenblumen-Serie. Die sieben verschiedenen Gemälde entstanden zwischen 1888 und 1889 und zeigten drei, fünf, zwölf oder fünfzehn Sonnenblumen in Vasen. Für van Gogh trugen die Bilder die symbolische Bedeutung von Dankbarkeit, Freundschaft und Hoffnung. Durch einen Brief an seinen Bruder ist überliefert, dass die Bilder die Dankbarkeit an van Goghs Freund Paul Gauguin für dessen Unterstützung und Freundschaft ausdrücken sollten.

Sonnenblumen(kerne und -öl) sind gesund

Hochwertiges Öl, Kalzium, Eiweiß, Lezithin und Vitamine - all das macht Sonnenblumenkerne so gesund. Sonnenblumenkernöl besteht vor allem aus ungesättigten Fettsäuren. Der menschliche Körper kann diese nicht selbst herstellen und muss sie aus diesem Grund über die Nahrung aufnehmen. Ein guter Grund dafür, das Öl in seiner Ernährung aufzunehmen.

Schnitt und Pflege

Ihr könnt Sonnenblumen schneiden, sobald die ersten gelben Blütenblätter sichtbar werden. Unsere Sonnenblumen sind Spezial-Schnittsonnenblumen. Sie verlieren keinen Blütenstaub und halten deutlich länger in der Vase als herkömmliche Feld-Sonnenblumen. Ein paar Tropfen Spülmittel im Wasser halten die Blumen bei euch Zuhause länger frisch.

Über den Button unten gelangt ihr zu unserer Feldübersicht und den Infos dazu, wo unsere Sonnenblumen blühen:

Quellen

Bloom & Wild: Sonnenblume: Bedeutung, Geschichte und Wissenswertes. https://www.bloomandwild.de/blog/bedeutung-und-symbolik-von-sonnenblumen, abgefragt am 19.09.2025.

Blume Ideal: Sonnenblume Bedeutung - Die Königin des Sommers. https://www.blumeideal.de/blog/sonnenblume-bedeutung, abgefragt am 19.09.2025.

Kunstbilder Galerie: 'Stilleben mit Sonnenblumen' von Vincent van Gogh. https://www.kunstbilder-galerie.de/kunstdrucke/vincent-van-gogh-bild-2863.html, abgefragt am 19.09.2025.

NaturDetektive. Bundesamt für Naturschutz: Steckbrief Sonnenblume. https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/pflanzen/steckbrief-sonnenblume.html, abgefragt am 19.09.2025.

Nufarm: History of the sunflower. https://nuseed.com/eu/history-of-the-sunflower/, abgefragt am 19.09.2025.

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